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Zeitschrift für Regionalgeschichte Selm und Umgebung - ISSN 2366-0686

Landräte des Kreises Lüdinghausen 1803 - 1905 [1]   

1804 - 1806 Johann Matthias Kaspar von Ascheberg zu Venne
(*1737 †1818)

Freiherr von Ascheberg, Abb.: Mertens / Limbach, Geschichte des Kreises Lüdinghausen 1974, S. 11, Repro: dg

Ascheberg war vormaliger Droste des Fürstbischöflichen Amtes Werne und von Februar 1804 bis März 1806 Landrat des Kreises Lüdinghausen im Fürstentum Münster.

1816 - 1839 Johann David Paul von Schlebrügge (*1769 †1851)

Schlebrügge studierte an den Universitäten Göttingen und Marburg Jura. 1792 wurde er zum fürstbischöflichen Licentiaten der Rechte ernannt und 1809 zum Maire von Werne und Herbern. Als Mitglied des Lüdinghauser Kreisauschusses gehörte er von 1813-1815 der Regierungskommission an.

1816 wurde er mit kommunaler Verwaltung im münsterschen Teil des Kreises Dortmund und später im Kreis Lüdinghausen beauftragt. Seine definitive Ernennung zum Landrat erfolgte mit Datum vom 16. Januar 1817 und zwei Jahre später wurde er von der Pflicht befreit, ein Landratsexamen abzulegen. 

Schlebrügge wurde am 6. Juli 1839 aus dem Staatsdienst entlassen. Wegen schlechter Dienstführung verlangte das Innenministerium von der Regierung in Münster, die Pensionierung des Landrats einzuleiten, der daraufhin ein entsprechendes Gesuch einreichte.

1840 - 1856 Maximilian Graf von Korff-Schmising (*1809 †1861)

Brief aus der Sammlung Otto Heymer, Selm - Foto: dg

Schmising studierte in Göttingen vier und in Berlin drei Semester die Fächer Jura und Cameralia und bestand 1832 die Prüfung zum Auskultator. Er galt als „gehörig qualifiziert“ und absolvierte 1835 die Prüfung zum Gerichtsreferendar mit „gut“. Im gleichen Jahr wurde er Regierungsreferendar bei der Regierung in Potsdam.

Im Kreis Lüdinghausen wurde Schmising 1839 einstimmig zum Kandidaten für das Landratsamt gewählt und im November des Jahres mit der kommissarischen Verwaltung beauftragt. Trotz eines „nicht hinlänglich befriedigenden Resultats der Prüfung“ erhielt er im Juli 1840 die definitive Anstellung als Landrat.

Schmising wurde am 27.Dezember1856 wegen Krankheit aus dem Staatsdienst entlassen.

1858 - 1875 Ignatz Freiherr von Landsberg-Velen zu Steinfurt (*1830 †1915)

Freiherr von Landsberg, Abb.: Der Kreis Lüdinghausen 1913, Frontispiz, Repro: dg

Landsberg erhielt 1848 am Gymnasium Münster das Zeugnis der Reife und studierte an den Universitäten Bonn und Berlin Rechtswissenschaften. 1852 bestand die Prüfung zum Auskultator beim Appellationsgericht Münster mit „gut“. Nachdem er 1855 seine Prüfung zum Regierungsreferendar „bestanden“ hatte, trat er als solcher bei der Regierung Düsseldorf in den Staatsdienst ein.

Landsberg wurde 1857 mit 28 gegen zwei Stimmen zum ersten Kandidaten für das Landratsamt des Kreises Lüdinghausen gewählt. Die definitive Anstellung erfolgte zum 14. Januar 1858. Da Landsberg das Qualifikationsattest für die höhere Staatsprüfung schon im November 1857 erhalten hatte, wurde auf eine Prüfung zum Landrat verzichtet.

Im Zuge des „Kulturkampfs“ wurde Landsberg am 23. April 1875 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. 1888 erfolgte eine erneute definitive Anstellung zum Landrat des Kreises Münster. Landsberg verließ 1896 wegen hohen Alters den Staatsdienst.

1875 - 1905 Wilhelm Graf von Wedel (*1837 †1912)

Graf von Wedel, Abb.: Der Kreis Lüdinghausen 1913, Tafel IV, Repro: dg

Wedel absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Oldenburg eine Militärkarriere. Er trat 1855 in Münster ein, war Hauptmann und Major im Großen Generalstab, nahm an die Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 teil und verließ im November 1871 die Armee.

1874/75 wurde ihm mit Unterbrechung die kommissarische Verwaltung des Landratsamtes Lüdinghausen übertragen. Im September 1875 verzichtete der Kreistag auf eine formelle Wahl und bat um Ernennung Wedels zum Landrat. Die definitive Ernennung erfolgte noch im November des Jahres; von einer Prüfung wurde Wedel entbunden.Der Landrat schied 1905 auf eigenen Wunsch aus dem Staatdienst aus.

weitere Beiträge

Vom Gymnasiasten zum Regierungsreferendar   >>

Maximilian Graf von Korf gen. Schmising schreibt einen Lebenslauf (1835).
Schmising, der von 1840 bis 1856 Landrat des Kreise Lüdinghausen war, bewarb sich im November des Jahres 1835 bei der Regierung in Potsdam um die Stelle eines Regierungsreferendars. Sein "Curriculum Vitae" ist in der Personalakte erhalten und gibt Auskunft über den Weg des jungen Adligen in den Staatsdienst.  

Bewährung auf dem platten Land   >>

Mitte der 1850er Jahre zeichnet sich ab, dass Landrat Schmising krankheitsbedingt sein Amt nicht dauernd ausführen kann. Für jeweils ein gutes Jahr übernehmen Lambert Rospatt und Franz Jakob von Hilgers die Amtsgeschäfte in der Kreisstadt. 
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[1] Angaben zu den Landräten: Dietrich Wegmann, Die leitenden Verwaltungsbeamten der Provinz Westfalen, Münster 1969.

 
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